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OKTOBER, 2018

Argumentation
Gehaltsverhandlung
Gespräch mit dem Chef

Dass kaum jemand gerne über Geld spricht ist allseits bekannt. Viele Menschen sind verunsichert, wenn es darum geht, eine gewünschte Gehaltserhöhung beim Chef anzusprechen. Was soll man sagen? Wie kann man überhaupt anbringen, dass man gerne etwas mehr Gehalt haben würde? Hier kommen unsere Tipps zu diesem Thema.

Zunächst solltest du eine Sache immer im Hinterkopf haben: Die Steuerbranche ist ein Arbeitnehmermarkt. Auch wenn der Gedanke für dich fremd erscheint: Du sitzt am längeren Hebel, denn deine Arbeitskraft wird benötigt und ist immer seltener zu finden – vor allem, wenn du gut in deinem Bereich bist! Genau aus diesem Grund kannst du selbstbewusst in die Gehaltsverhandlung hineingehen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Chefs um wertvolle Mitarbeiter kämpfen. Beispielsweise hat eine Steuerfachwirtin, die zuvor „nur“ 44.000 Euro verdient hat, nach ihrer Kündigung ein Angebot ihres Chefs von 58.000 Euro erhalten, ein Gehalt, was sonst eher junge Steuerberater erhalten. Ein Steuerfachangestellter hat 38.000 Euro verdient und nach seiner Kündigung bot man ihm 52.000 Euro sowie einen festgeschriebenen Bonus und eine Dreifachbeförderung. Wie ihr seht, ist vieles möglich. Aber oft greift der Chef erst in die „Was-ist-möglich-Schublade“, wenn es zu spät ist. Du siehst aber anhand dieser Beispiele, dass Kanzleien durchaus zu großen Gehaltsschritten bereit sind, wenn du ein guter Mitarbeiter, aber unzufrieden mit deiner Vergütung bist. Der Aufwand für den Chef einen neuen Mitarbeiter zu finden, der auch fachlich so gut ist wie du, und diesen anschließend in alle deine Mandate einzuarbeiten, ist enorm groß. Daher ist es ihm in der Regel lieber, du bleibst, bekommst aber mehr Gehalt. Du siehst: Du sitzt am längeren Hebel.

Ein Fehler, den du dennoch vermeiden solltest, ist deine gewünschte Gehaltserhöhung mit privaten Gründen zu rechtfertigen. Deinen Chef interessiert es in der Regel nicht sonderlich, ob deine Miete oder die Einkäufe teurer werden, geschweige denn wie weit du zur Arbeit anreisen musst. Private Gründe für berufliche Themen zu verwenden kommt nicht gut an und ist für deinen Chef auch kein Argument. Versuch lieber, berufliches mit beruflichem zu begründen. Du kannst beispielsweise damit argumentieren, dass du eine gewisse Menge an Umsatz reingebracht hast. Leg deinem Chef vor, wie viele Mandanten du betreust, wie viel die Kanzlei daran verdient und dass du dein Gehalt gerne zumindest auf ein Drittel von dieser Summe ansetzen würdest. Eine Kanzlei rechnet in der Regel immer damit, dass ein Mitarbeiter das 3,2-fache des Bruttogehalts an Umsatz reinbringen muss, damit es sich finanziell lohnt. Diese Info kannst du zu deinen Gunsten nutzen.

Wichtig ist es, sich im Vorhinein zu überlegen, welche Argumente du für die Kanzlei bringen kannst. Was leistest du für die Kanzlei? Welchen Mehrwert bietest du? Hast du besondere Projekte sehr gut umgesetzt? Hast du dich freiwillig für etwas gemeldet? Hast du zusätzliche Aufgaben übernommen? Bist du im Krankheitsfall oder in der Schwangerschaft für jemanden eingesprungen? Diese und noch viele weitere Punkte solltest du dir vor Augen führen. Setz dich bestenfalls ein paar Tage vorher hin und lass einmal das komplette Jahr Revue passieren.

Du sitzt am längeren Hebel. Wenn es dir nicht gefällt, stehen dir alle Türen offen. Das wissen auch die Kanzlei-Chefs.

Wenn dein Chef dich ständig kleinredet, solltest du darüber nachdenken, ob du überhaupt in dieser Kanzlei bleiben möchtest.

Dennoch kann es passieren, dass dein Vorgesetzter trotz deiner guten Argumentation Gegenargumente bringt, deinen Punkten nicht zustimmt oder es dieses Jahr ganz stumpf keine Gehaltserhöhung geben wird. Vergiss dennoch nicht: Du sitzt am längeren Hebel. Wenn es dir nicht gefällt, stehen dir alle Türen offen – das wissen auch die Kanzlei-Chefs, jedoch versuchen sie gerne, dir genau das auszureden. Vergiss dabei nur nicht, warum du die Gehaltserhöhung wert bist. Eine Gehaltsverhandlung ist letztendlich ein Gespräch, in dem du dich selbst verkaufst. Wie beim Verkauf eines Produkts zählt auch hier am Ende das Argument.

Wenn dein Chef dich aber immer weiter kleinredet, solltest du darüber nachdenken, ob du überhaupt in dieser Kanzlei bleiben möchtest oder ob du bereits an dem Punkt angelangt bist, dich noch mal am Markt umzuorientieren. Gerne helfen wir dir dabei, die zu deinen Bedürfnissen und Wünschen passende Kanzlei zu finden. Kontaktiere uns hierzu ganz unverbindlich. Wir finden in persönlichen Gesprächen mit dir heraus, wohin dein ganz persönlicher Weg gehen soll. Für dich ist das ganze selbstverständlich völlig kostenlos.

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